Engagement

Aus Peter Markel / Peter Motzan:
,,Deutsche Literatur - Lehrbuch für die XII. Klasse"
Editura Didactica si Pedagogiga Bucuresti - 1985, S. 306

,,Ende der sechziger Jahre treten mehrere junge Dichter hervor, die schon der Nachkriegsgeneration angehören, ohne deshalb eine Gruppierung zu bilden. Sie schreiben eine Art Lyrik, wie sie damals in der hiesigen deutschsprachigen Literatur keine Tra- dition hatte. Zwar drehten sich die Texte der Autoren, die am Neubeginn der rumäniendeutschen Lyrik nach 1945 den Haupt- anteil hatten, auch in erster Linie um politisch-gesellschaftliche, also ,wirkliche´ Dinge ihnen fehlte jedoch die Perspektive dessen, der diese Dinge als veränderbar und in ihrer Veränderung begreift, der sich eben unter dieser Perspektive mit der Wirklich- keit oft widersprüchlich, immer bewußt, auseinandersetzt und so versucht, diese Auseinandersetzung auch im Bewußtsein des eventuellen Lesers auszulösen. Damit ist vag umschrieben, was so unterschiedliche Dichter wie Anemone Latzina, oder Joachim  Wittstock (geb. 1939) unter Dichtung verstehen und durch Enga- gement beabsichtigen.

Nach 1970 erweitert sich der Kreis engagierter Autoren - dieses  Attribut wird von der Kritik immer häufiger eingesetzt - um die von der ,Innerlichkeit' herkommenden Claus Stephani und Franz Hodjak, schließlich um eine beachtliche Anzahl sechs bis neun Jahre jüngerer Dichter, vor allem aus dem Banat: Richard Wagner (geb. 1952), Werner Söllner (geb. 1951), Johann Lippet (geb. 1951), Horst Samson (geb. 1954) u. a.

 
Sie sind hier: Hintergründe | Spuren I
Deutsch
English